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Die Schlacht um die Matheklausur

Der Himmel ist schwarz wie der Rest der Dunkelheit, die die Sumpfebenen in diesem Gebiet umgibt. Vereinzelt sieht man etwas Schilf im kalten Wind wogen, und ab und an steigen Blasen auf. Doch es ist alles ruhig.

In der Ferne ist ein leises, jedoch stetig lauter werdendes Grummeln zu hören. Es ist Marionetten, jede gesteuert von ihrer persönlichen, speziellen Erinnerung, die Anrücken, um in der Schlacht zu bestehen. Man sieht Erinnerungen wie "Obere Funktion minus untere Funktion" oder "1/n+1 mal x hoch n+1" ihre Marionetten in Reih und Glied aufstellen. Es werden immer mehr, langsam aber sicher füllt sich der Sumpf, und die Dunkelheit weicht einem silbrigen Schimmer, ausgehend von den Erinnerungen.

Über den Büchern versunken brachte ich meine gelernten Informationen in Formation, in Schlachtformation. Bald war es so weit, die Klausur stand an und meine Armee war nahezu bereit ihr volles Potential zu entfalten. 

Der Sump war nun einem gräsernen Untergrund gewichen, überall waren Marionetten, überall waren Erinnerungen an Informationen, die das Areal erhellten. Es wurde voller und voller, die Informationen fügten sich zu einer Kette zusammen. Vereinzelt konnte man Lücken ausmachen im Bereich des Kurvendiskussion, doch nichtsdestotrotz waren die Marionetten Kampfbereit. Es konnte losgehen. Die Erinnerungen waren bereit, in jeder Sekunde zur Verfügung zu stehen.

Es ging los.

Am Horizont war eine schwarze Welle auszumachen, schwärzer als die beklemmende Dunkelheit, die noch vor eine weile vorherrschend war, und die Welle nahm Kurs auf die Armee. Doch es war noch nicht das feindliche Heer, es war nur der Vorbote.

Ich erhob mich und brach auf in Richtung Arena, in Richtung Schlacht. Stress und Unsicherheit kamen in mir auf, machten mich nervös und ich begann, vor der Arena angekommen, auf und ab zu marschieren, stets versuchend, meine Marionetten in Formation zu halten.

Die Welle brach über die Armee der Marionetten herein, die Erinnerungen klammerten sich fest an ihren hölzernen Gefährten, sie wogten im stürmischen Wind der Welle. Sie mussten standhalten. Dies war nur eine Aufwärmübung im Vergleich zu dem, was noch kommen musste.

Als ich die Arena betrat und meinen Kampfplatz einnahm, waren alle Gedanken verflogen. Ich war hoch konzentriert, bereit, alles zu geben. Ich bekam mein Werkzeug, meine Aufgaben, und begann mit der Arbeit.

Eine Stille lag in der Luft, die eine solche Kraft hatte, man mochte annehmen, die Erinnerungen könnten zerbersten. Alles war ruhig, alles war bereit, dem Gegner gebührend entgegen zu treten, alles zu geben, was zu geben war. Und der Gegner kam.

Es hagelte Befehle an die Informationen, welche sich sofort bereit stellten. Es lief gut. Trotz der leichten Verwirrung, die doch zu spüren war, war alles so, wie es sein musste. Jedes Detail funktionierte. Der Befehl kam, die Information stelle sich blitzartig bereit, der nächste Befehl kam, die nächste Information war zur Stelle. Doch plötzlich kamen Befehle an Informationen, deren Erinnerungen nicht vorhanden waren. Der Gegner hatte die Schwachstelle erkannt. Sofort schickte dieser Stress und Hektik hinterher, die Erinnerungen taumelten unter dem prasseln der Gefühlsregungen, Chaos herrschte, Befehle ertönten, doch die Erinnerungen waren zu sehr damit beschäftigt, dem Stress beizukommen, die Hektik abzuschütteln und wieder in Ruhe zu kommen. Es war aussichtslos. Es musste etwas unternommen werden, und zwar schnell.

Ich erkannte, an dieser Aufgabe verliere ich zu viel Zeit, ich sollte mich lieber einer anderen witmen, ich atmete tief durch, und begann die nächste.

Ein Windhauch strich plötzlich den Stress und die Hektik fort. Man konnte noch das Beben der Agressivität an den Erinnerungen sehen, doch alles hatte wieder eine provisorische Ordnung erhalten. Befehle ertönten, deren zugehörige Erinnerungen sofort zur Stelle waren, und je länger die Armee wieder kleine Erfolge feiern konnte, desto ruhe wurde die Erde, desto mehr verschwand das Beben der Agressivität.

Die Aufgabe war abgeschlossen. Ich musste wohl oder übel zurück zur Kurvendiskussion, koste es, was es wolle. Ich musste mich ihr stellen.

Befehle ertönten. Es waren unklare Befehle, doch die Erinnerungen hatten gelernt. Andere Erinnerungen kamen zu Hilfe, ersetzten die fehlenden Informationen mit Vorhandener. Oft bildeten sich Widersprüche, dennoch, die Armee konnte sich nicht wehrlos geschlagen geben.  Es musste weitergehen. Es musste zu schaffen sein.

Am Horizont wurde plötzlich ein Feind sichtbar, mit dem die Armee nicht gerechnet hatte. Langsam, jedoch unaufhaltsam kam er auf diese zu, und die Armee wusste genau, gegen diesen Feind waren sie machtlos. Die Zeit. Sie arbeitete gegen den Plan der Erinnerungen. Sie mussten zu einem Ende kommen, oder sie waren verloren. Es war zu schaffen. Sie konnten es vollenden. Befehle rasselten auf die Erinnerungen ein, diesmal waren es scharfe, klare Befehle, und die Erinnerungen waren noch schneller bei der Sache, sie mussten die Hektik ignorieren, die abermals an ihnen rüttelte, sie mussten alles auf eine Karte setzen, alles oder nichts. 

Und dann war es vorbei. Niemand wusste genau, ob die Mission erfolgreich abgeschlossen war, doch es war vorbei. Und das Schlachtfeld versank abermals im dunkeln, diesmal aber nicht im Dunkel der Unwissenheit, sondern im angenehmen Dunkel der Müdigkeit, der Entspannung und der Wiederherstellung. Die Schlacht war vorbei, nun war die Erholung vorrangig.

Und alle wussten. Die Schlacht war zu Ende. Und ob gewonnen oder verloren, der Kampf war noch lange nicht entschieden. 

26.10.06 23:50


dare to be different?

Du lachst über mich, weil ich anders bin, ich lache über euch, weil ihr alle gleich seid.

Ein Spruch, der so mancherlei Onlineprofil, Beschreibung oder sonstiges ziert. Der Gedanke, der hinter diesem Satz steckt, ist auch weiß Gott nicht schlecht. Jedoch was tut man, wenn diese Andersartigkeit so weit verbreitet wird, dass man sie schon als Uniform bezeichen könnte? Was tut man, wenn dieser Satz Opfer einer modischen Jungendbewegung wird, in die man sich entweder eingliedert, oder Hiphop hört?

Wir wären schon beim Thema. Musik. Die Musik, die zu dieser Bewegung gehört, spiegelt Rebellion wider. Sie macht einem Mut, sein eigenes Ding zu machen. Sein eigenes Ding, diese Sache sehen die meisten Leute wohl als anders-sein. Um ihr eigenes Ding zu machen, denken sie, dass sie sich von der Masse abheben müssten. Der Jugendliche mit dem Wunsch anders zu sein schaut auf zu seinem Idol, dem Leadsänger seiner favorisierten Band, und er sieht die Unbändigkeit, die Rebellion und die Lebensweite von dieser Person ausstrahlen. Er blickt auf zu seinem Idol und ist begeistert, animiert, so zu werden wie er. Unbändig. Rebellisch.

Mit diesem Gedanken im Kopf geht er auf die Straße, er bemerkt eine Gruppe mit allen Farben des Regenbogens im Haar, Nietenarmbänder um das Handgelenk und Chucks an den Füßen. Ja. Da ist sie. Die Rebellion in Person. Natürlich ist der nächste Wunsch des Jugendlichen ein Paar Chucks, denn er will seinem Willen nach Andersartigkeit auch endlich Ausdruck verleihen. Er hört mehr Musik, befasst sich mehr mit dem Inhalt der Texte und übernimmt ein Lebensgefühl. Das Lebensgefühl der Andersartigkeit.

Dieses Schicksal ereignete sich so, oder so ähnlich wohl ein paar Millionen Mal, denn was ist daraus geworden? Aus dem eigentlichen Willen der Andersartigkeit ist das Gegenteil geworden. Mehr als jeder zweite besitzt ein Paar Chucks, man hört entweder Rock oder Hiphop (und natürlich ist Rock viel cooler, denn um was geht es schon im Hiphop außer "Bitches und Fame"?) und sieht einfach aus, wie sein gesamter Freundeskreis. Wann, außer in der heutigen Zeit, ist es schon einmal vorgekommen, dass Leute die gleichen Schuhe anhaben, um ihrer Andersartigkeit Ausdruck zu verleihen? Besser gesagt: Wann ist es vorgekommen, dass sich jemand ein Paar Schuhe kauft, dass einfach jeder hat, um zu zeigen, er ist ein Rebell? Wie verdreht ist diese Bewegung geworden? Was ist noch übrig von den einstigen Idealen und Werten, die man sich zum Ziel setzte?

Man zeigt seinen Charakter durch Kleidung, trägt entweder Baggies, Caps und Hoodies, oder Chucks und Nietenarmbänder und findet jeweils das andere scheiße, obwohl man sich überhaupt nicht damit befasst hat. Das Traurigste sind jedoch diese Art Jugendliche, die zu ihrem "Von Mutter eingekleidet und reich" Kleidungsstil noch den Rebell hinzufügen, á la Rosa Polohemd, Corthose, Nietenarmband.

Deswegen sage ich euch: Lebt euch selbst. Scheißt drauf, ob ihr der Masse entprecht. Scheißt drauf, ob Leute an eurem Kleidungsstil euren Musikgeschmack erkennen und macht einfach nur das, was _euch_ gefällt. Nur dann werdet ihr erkennen, dass es nicht wichtig ist, anders zu sein, um sein Ding zu machen, sondern dass es wichtig zu wissen ist, wer man selbst ist.

Dare to be yourself.

25.10.06 19:40





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